Akkordwechsel auf der Gitarre üben: so wird es flüssig

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Die einzelnen Akkorde klingen längst sauber. Aber sobald ein Lied läuft, bricht alles zusammen: Du kommst ans Ende des Takts, die Hand sortiert sich neu, das Schlagen stoppt, und der Rhythmus ist weg. Fast jeder bleibt an dieser Stelle hängen, und es liegt fast nie an zu schwachen Fingern.

Warum hakeln Akkordwechsel überhaupt?

Ein Akkord greifen und von einem Akkord zum nächsten wechseln sind zwei verschiedene Fähigkeiten. Beim Greifen hat deine Hand Zeit, jeden Finger einzeln zu platzieren. Beim Wechsel muss sie mehrere Finger gleichzeitig lösen, durch die Luft führen und zusammen wieder aufsetzen, und zwar in einem festen Zeitfenster, das der Takt vorgibt.

Das ist eine Bewegungsabfolge, die dein Gehirn als Ganzes abspeichern muss. Solange du den neuen Griff Finger für Finger zusammensuchst, wirst du immer zu langsam sein, egal wie viel Kraft du hast. Genau deshalb bringt es wenig, einzelne Akkorde noch hundertmal zu greifen. Du musst den Übergang üben, nicht die Zielposition.

Die Übung, die den Unterschied macht

Nimm dir genau zwei Akkorde vor, zum Beispiel Am und C. Greife Am, schlage einmal an, wechsle zu C, schlage einmal an, wechsle zurück. Immer weiter, ohne Lied, ohne Metronom, erst einmal in deinem Tempo. Zähl mit, wie viele saubere Wechsel du in einer Minute schaffst, und wiederhole das an den nächsten Tagen. Du hast damit eine Zahl, an der du Fortschritt siehst, und das hilft in einer Phase, in der sich sonst wenig messbar verändert.

Wichtig ist die Auswahl der Paare. Wechsle zwischen Akkorden, die etwas gemeinsam haben. Bei Am und C bleiben zwei Finger fast an Ort und Stelle: Der Zeigefinger liegt in beiden Griffen im ersten Bund der h-Saite, der Mittelfinger im zweiten Bund der d-Saite. Nur der Ringfinger wandert. Wenn du diese beiden Finger bewusst liegen lässt, statt die ganze Hand abzuheben, halbiert sich die Arbeit.

Solche gemeinsamen Finger gibt es bei vielen Paaren. Es lohnt sich, vor dem Üben kurz beide Griffe anzusehen und zu entscheiden, was liegen bleibt und was sich bewegt. Diese halbe Minute Nachdenken spart dir Wochen stumpfes Wiederholen.

Die Schlaghand darf nicht stehen bleiben

Der zweite große Fehler ist, dass die Anschlagshand auf die Greifhand wartet. Du merkst, der Griff sitzt noch nicht, also hältst du kurz an. Damit trainierst du dir bei jedem Wechsel eine Pause an, und die bekommst du später schwer wieder weg.

Dreh es um: Die Schlaghand läuft durch, egal was passiert. Wenn der Akkord noch nicht steht, klingt er eben kurz dumpf oder scheppert. Das ist unangenehm, aber es ist der richtige Weg, weil dein Timing intakt bleibt und die Greifhand lernt, sich dem Takt unterzuordnen. Ein Lied mit ein paar unsauberen Übergängen klingt nach Musik. Ein Lied mit sauberen Griffen und Pausen dazwischen klingt nach Übung.

Ein Hilfsmittel dafür ist der Wechsel auf leerem Schlag: Statt auf dem letzten Viertel des Takts noch zu schlagen, hebst du die Finger schon dort und nutzt diesen Moment für die Bewegung. Du verlierst einen Anschlag und gewinnst Zeit, die du am Anfang brauchst.

Tempo kommt zuletzt

Nimm ein Metronom erst dazu, wenn ein Wechsel im freien Tempo einigermaßen sitzt. Dann aber deutlich langsamer, als du denkst. Ein Tempo, bei dem du drei saubere Durchgänge hintereinander schaffst, ist das richtige. Erst wenn das zuverlässig klappt, gehst du in kleinen Schritten hoch.

Wie lange das dauert, hängt davon ab, wie regelmäßig du übst und wie viel Bewegungserfahrung deine Hände mitbringen. Kurze tägliche Einheiten wirken hier deutlich stärker als lange am Wochenende, mehr dazu steht in unserem Beitrag dazu, wie oft du Gitarre üben solltest.

Wenn deine Finger einzeln noch nicht unabhängig genug sind, lohnt gezieltes Techniktraining neben dem Liedspiel. Und wenn dein Ziel ohnehin ist, Lieder zu begleiten, ist ein Kurs sinnvoll, der Akkorde, Rhythmen und Wechsel in einer festen Reihenfolge aufbaut, statt dass du dir alles einzeln zusammensuchst. Welche Kurse dafür in Frage kommen und für wen sie gemacht sind, haben wir im Vergleich der Online-Gitarrenkurse zusammengestellt. Unten findest du passende Angebote für genau dieses Problem.

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