Welche Gitarre für Anfänger: Konzert, Western oder E-Gitarre
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Du willst anfangen, aber im Laden oder im Onlineshop stehen drei Bauformen nebeneinander, und jede Empfehlung im Netz widerspricht der vorherigen. Die Entscheidung ist weniger dramatisch, als sie sich anfühlt, denn sie hängt fast vollständig an einer Frage: Welche Musik willst du damit machen?
Konzert-, Western- oder E-Gitarre: was passt zu dir?
Die Konzertgitarre, oft auch klassische Gitarre genannt, hat Nylonsaiten. Die sind weicher als Stahl und drücken sich mit weniger Kraft herunter, das schont die Fingerkuppen in den ersten Wochen spürbar. Der Hals ist breiter, die Saiten liegen weiter auseinander. Das ist gut, solange du einzelne Saiten greifst, und etwas unhandlicher für kleine Hände. Sie klingt weich und eher leise. Für klassisches Spiel, Fingerpicking und den ruhigen Einstieg ist sie die naheliegende Wahl, und sie ist der Standard im Musikschulunterricht.
Die Westerngitarre hat Stahlsaiten, einen schmaleren Hals und einen größeren Korpus. Sie klingt lauter und brillanter, genau der Klang, den man von Lagerfeuer- und Singer-Songwriter-Aufnahmen kennt. Der Preis dafür: Die Saiten tun am Anfang deutlich mehr weh, und der Aufbau der Hornhaut dauert entsprechend. Wenn dein Ziel ist, Lieder mit Schlagmustern zu begleiten, ist sie trotzdem das passendere Instrument, weil du sonst später ohnehin wechselst.
Die E-Gitarre ist entgegen dem Gerücht nicht das schwerere Einsteigerinstrument. Die Saiten sind dünner und liegen meist tiefer über dem Griffbrett, das Greifen ist körperlich am einfachsten. Dafür brauchst du Verstärker und Kabel, du kannst nicht einfach loslegen, und du musst früh lernen, ungenutzte Saiten abzudämpfen, weil der Verstärker jedes Nebengeräusch mit ausgibt. Wenn du wegen Rock, Metal oder Blues angefangen hast, greif direkt zur E-Gitarre. Der Umweg über eine Akustische aus Prinzip bringt dir nichts.
Wichtig: Bauformen sind nicht austauschbar. Stahlsaiten gehören nicht auf eine Konzertgitarre, deren Hals ist für die höhere Zugkraft nicht gebaut. Nylonsaiten auf einer Westerngitarre klingen dagegen kraftlos, und der geringe Zug reicht nicht, um die Decke ordentlich anzuregen. Passende Saiten mit Ball End gibt es zwar, sinnvoll ist der Tausch trotzdem nicht.
Welche Größe brauchst du?
Erwachsene und Jugendliche ab etwa 1,60 Meter spielen in aller Regel eine 4/4-Gitarre in voller Größe. Für Kinder gibt es 1/4, 1/2 und 3/4, die Zuordnung läuft über die Körpergröße und die Armlänge, nicht über das Alter. Grober Anhaltspunkt: Das Kind sitzt aufrecht, die Gitarre liegt am Oberschenkel, und die Greifhand erreicht den ersten Bund, ohne dass die Schulter hochgezogen wird. Wenn das nicht geht, ist das Instrument zu groß.
Auch für Erwachsene mit kleiner Statur kann eine 7/8-Gitarre oder ein Modell mit kürzerer Mensur angenehmer sein. Das ist keine Kindergitarre, sondern schlicht ein kürzerer Griffbereich.
Worauf du beim Kauf achtest
Der wichtigste Punkt ist die Saitenlage, also der Abstand der Saiten zum Griffbrett. Ist er zu groß, brauchst du unnötig viel Kraft, die gegriffenen Töne klingen leicht zu hoch, und du hältst das Üben schlicht kürzer durch. Ist die Saitenlage dagegen zu niedrig, schnarren die Saiten gegen die Bünde. Drück im ersten und im zwölften Bund: Wenn es sich zäh anfühlt, lass die Gitarre einstellen oder nimm eine andere. Bei sehr billigen Instrumenten ist genau das oft das Problem, nicht der Klang.
Prüf außerdem, ob der Hals gerade ist, ob die Bundstäbchen an den Seiten nicht scharf überstehen und ob die Gitarre die Stimmung hält. Eine Gitarre, die nach zehn Minuten wieder verstimmt ist, macht das Üben zur Geduldsprobe. Wie sehr eine verstimmte Gitarre den Einstieg sabotiert, beschreiben wir auch im Artikel Gitarre lernen für Anfänger.
Ein Einsteigerset mit Tasche, Stimmgerät, Gurt und Plektren ist praktisch, solange das Instrument selbst taugt. Spar nicht am Instrument, um Zubehör mitzubekommen, das du für wenige Euro einzeln nachkaufen kannst. Und schau ruhig gebraucht: Gitarren nutzen sich kaum ab, und viele Instrumente stehen nach drei Monaten Motivation unbenutzt im Keller.
Wenn du kannst, spiel vor dem Kauf im Laden ein paar Modelle an, auch ohne spielen zu können. Wie sich der Hals in der Hand anfühlt, merkst du in zehn Sekunden, und dieser Unterschied entscheidet öfter über das Dranbleiben als der Klang.
Steht das Instrument fest, ist die nächste Frage, wie du damit anfängst. Welcher Onlinekurs zu welcher Bauform und welchem Ziel passt, ordnen wir im Gitarrenkurse-Vergleich ein. Wenn du dich für eine Konzertgitarre entschieden hast und von Anfang an sauber greifen lernen willst, findest du unten passende Angebote:
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- Auf Konzertgitarre ausgerichtet, für E-Gitarre nur bedingt passend
- Klar auf Konzertgitarre ausgerichtet, für andere Spielwünsche passt der Aufbau nur bedingt